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PEPS WITH PHIL | #05 MOTS-c – Das „Exercise-Peptid“ aus unseren eigenen Mitochondrien?

von philleichtRang 5 — VeteranVeteranvor 15 Tagen80 Aufrufe

Heute geht es um ein Peptid, auf das ich mich besonders gefreut habe: MOTS-c.

Zum einen, weil die Geschichte dahinter ungewöhnlich ist. Zum anderen habe ich MOTS-c selbst bereits ausprobiert und meine Erfahrung damit war positiv.

Online fallen schnell Begriffe wie:

„Exercise Mimetic“, bessere Insulinsensitivität, mehr Ausdauer, Fettverbrennung und Longevity.

Klingt stark. Aber was davon ist wirklich belegt?

Was ist MOTS-c?

MOTS-c steht für Mitochondrial Open Reading Frame of the 12S rRNA type-c.

Es besteht aus 16 Aminosäuren und wird aus mitochondrialer DNA codiert.

Das ist besonders spannend, weil Mitochondrien damit nicht nur Energie produzieren, sondern offenbar auch Signale an den restlichen Körper senden.

Eine zentrale Grundlagenarbeit ist:

Lee et al. (2015), „The mitochondrial-derived peptide MOTS-c promotes metabolic homeostasis and reduces obesity and insulin resistance“, Cell Metabolism.

Wie wirkt MOTS-c?

Ein wichtiger Mechanismus läuft über AMPK.

AMPK ist ein Energiesensor der Zelle. Bei Training, Fasten oder Energiemangel wird AMPK aktiviert und beeinflusst unter anderem:

  • Glukoseaufnahme
  • Fettsäureoxidation
  • Energieverwertung
  • Insulinsensitivität
  • metabolische Anpassung

MOTS-c scheint genau in diese Prozesse einzugreifen.

Und deshalb kommt auch der Begriff „Exercise Peptide“.

MOTS-c und Training

Eine der spannendsten Studien ist:

Reynolds et al. (2021), „MOTS-c is an exercise-induced mitochondrial-encoded regulator of age-dependent physical decline and muscle homeostasis“, Nature Communications.

Bei gesunden jungen Männern stieg MOTS-c nach körperlicher Belastung im Muskel und im Blut an.

Das bedeutet:

Unser Körper produziert selbst mehr MOTS-c als Reaktion auf Training.

Das finde ich persönlich extrem spannend.

Aber wichtig:

Das heißt nicht, dass injiziertes MOTS-c Training ersetzt.

Der Begriff „Exercise Mimetic“ wird meiner Meinung nach schnell zu groß gemacht.

Leistung und Ausdauer

In derselben Arbeit erhielten junge, mittelalte und alte Mäuse MOTS-c.

Die körperliche Leistungsfähigkeit verbesserte sich deutlich.

Auch alte Mäuse profitierten, was MOTS-c für die Forschung zu Healthspan und altersbedingtem Leistungsabfall interessant macht.

Aber:

Diese Effekte stammen überwiegend aus Tiermodellen.

Für den Menschen gibt es bisher keinen belastbaren Beweis, dass MOTS-c-Injektionen automatisch Ausdauer oder Leistungsfähigkeit steigern.

MOTS-c und Insulinsensitivität

Hier liegen die Wurzeln der Forschung.

Lee et al. (2015) zeigten in Mausmodellen, dass MOTS-c vor ernährungs- und altersbedingter Insulinresistenz schützen konnte.

Auch beim Menschen gibt es interessante Beobachtungsdaten.

Cataldo et al. (2018), „Plasma MOTS-c levels are associated with insulin sensitivity in lean but not in obese individuals“

fanden Zusammenhänge zwischen MOTS-c und Insulinsensitivität.

Das ist spannend, aber noch kein Beweis dafür, dass MOTS-c Diabetes behandelt.

MOTS-c und Fettverlust

Hier muss man Fakten und Hype sauber trennen.

In Tierstudien konnte MOTS-c Gewichtszunahme unter fettreicher Ernährung reduzieren und die Insulinsensitivität verbessern.

Eine weitere Arbeit:

Kim et al. (2019), „The mitochondrial-derived peptide MOTS-c is a regulator of plasma metabolites and enhances insulin sensitivity“

zeigte Veränderungen bei Fettstoffwechsel und Beta-Oxidation.

Online wird daraus schnell:

„MOTS-c verbrennt Fett.“

So weit würde ich nicht gehen.

Für einen klaren Fettverlust-Effekt beim Menschen fehlen bisher überzeugende klinische Daten.

Und persönlich würde ich MOTS-c auch nicht mit Retatrutide vergleichen.

Reta hat bei mir beim Thema Gewichtsverlust eine ganz andere Größenordnung gezeigt.

MOTS-c und Muskel

Auch hier gibt es interessante Forschung.

Kumagai et al. (2021), „MOTS-c reduces myostatin and muscle atrophy signaling“

untersuchten den Einfluss auf Signalwege wie:

  • Myostatin
  • AKT
  • FOXO1

Diese sind relevant für Muskelmasse und Muskelabbau.

Das macht MOTS-c gerade in Kombination mit Training und Longevity interessant.

Aber:

MOTS-c ist kein bewiesenes Muskelaufbau-Peptid beim Menschen.

MOTS-c und Longevity

Mit zunehmendem Alter verschlechtern sich unter anderem:

  • mitochondriale Funktion
  • metabolische Flexibilität
  • Muskelqualität
  • Insulinsensitivität
  • körperliche Leistungsfähigkeit

MOTS-c berührt mehrere dieser Systeme.

Eine Übersichtsarbeit:

Mohtashami et al. (2022), „MOTS-c, the Most Recent Mitochondrial Derived Peptide in Human Aging and Age-Related Diseases“

diskutiert MOTS-c deshalb im Zusammenhang mit Alterung und altersassoziierten Erkrankungen.

Ich würde es trotzdem noch nicht als echtes Longevity-Peptid bezeichnen.

Wir wissen nicht, ob Menschen dadurch länger leben.

Was wir haben, sind interessante Mechanismen rund um Healthspan, Stoffwechsel und Leistungsfähigkeit im Alter.

Was ist mit Dosierungen?

Online kursieren viele Protokolle und Zyklen.

Das Problem:

Für die experimentelle Selbstanwendung existiert keine etablierte klinische Standarddosierung.

Viele starke Daten stammen aus Tiermodellen.

Solche Dosierungen lassen sich nicht einfach auf Menschen übertragen.

Eine Community-Dosierung ist also nicht automatisch wissenschaftlich validiert.

Risiken und Nebenwirkungen

Hier liegt eine der größten Schwächen von MOTS-c:

Wir wissen beim Menschen noch nicht genug.

Es fehlen große kontrollierte Humanstudien zu:

  • Langzeitsicherheit
  • optimaler Dosierung
  • Wechselwirkungen
  • seltenen Nebenwirkungen
  • langfristigen metabolischen Effekten

Und auch hier gilt:

„Körpereigenes Peptid“ bedeutet nicht automatisch „risikofrei“.

Vorteile

  • spannende mitochondriale Herkunft
  • Einfluss auf AMPK und Energiestoffwechsel
  • Verbindung zu Insulinsensitivität
  • körpereigenes MOTS-c steigt beim Training
  • interessante präklinische Daten zu Leistungsfähigkeit
  • spannend für Muskelstoffwechsel und Longevity

Nachteile

  • therapeutische Human-Evidenz noch begrenzt
  • viele starke Daten stammen aus Tierstudien
  • kein bewiesener Fatburner
  • kein bewiesenes Muskelaufbau-Peptid
  • keine etablierte Injektionsdosierung
  • Langzeitsicherheit nicht ausreichend untersucht

Phil’s Take

MOTS-c gehört für mich persönlich zu den spannenderen Peptiden.

Ich habe es selbst ausprobiert und meine Erfahrung war positiv.

Aber genau hier ist mir wichtig:

Meine Erfahrung ist meine Erfahrung – keine klinische Studie.

Was mich an MOTS-c reizt, ist die Kombination aus:

Gym, Stoffwechsel, Regeneration, Mitochondrien und Longevity.

Ich würde MOTS-c aber niemals neben Reta stellen und sagen:

„Damit nimmst du jetzt ordentlich ab.“

Reta hat mich persönlich beim Thema Gewichtsverlust viel stärker überrascht.

MOTS-c ist für mich subtiler und vor allem als Stoffwechsel- und Leistungs-Thema interessant.

Dass unser Körper MOTS-c selbst als Reaktion auf Training hochreguliert, macht die Geschichte für mich noch spannender.

Mein Grundsatz bleibt trotzdem:

Training, Ernährung, Schlaf und sich selbst auf Vordermann bringen sind die Basis. Peptide können Werkzeuge sein – aber niemals die Basis ersetzen.

Meine aktuelle Einordnung:

Persönlich positiv, wissenschaftlich extrem spannend – aber beim Menschen noch längst nicht so gut bewiesen, wie der Hype teilweise vermuten lässt.

Dieser Beitrag dient ausschließlich der wissenschaftlichen Information. Persönliche Erfahrungen sind anekdotisch und stellen weder einen Wirksamkeitsnachweis noch eine medizinische Anwendungsempfehlung dar

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4 Kommentare
HAhansRang 5 — VeteranVeteran3vor 15 Tagen

Mots C ist auf jeden Fall ein Peptide was auch noch auf meiner Liste steht. Danke für den Tollen Beitrag 👍

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PHphilleichtOPRang 5 — VeteranVeteran1vor 14 Tagen

Sehr gerne Ich Liebs tut aber manchmal doch relativ doll weh wenn man alle 2 Tage 3mg nimmt haha

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MImiloRang 3 — StammgastStammgastvor 14 Tagen

ich war mit der dosierung bei motsc auch unser und hab mich alle paar tage um 0,5 gesteigert, dann war ich bei 4mg und hatte das gefühl das ich dadurch sogar eher müde werde als mehr energie habe

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PHphilleichtOPRang 5 — VeteranVeteran1vor 14 Tagen

Das ist in den ersten 1-3 Wochen aber normal weil dein zellkraftwerke hier erst einmal hochfahren Das sollte sich dann geben Ich nehm alle 2 Tage 3mg

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