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GHK-Cu vs. AHK-CUu

von philleichtRang 5 — VeteranVeteranvor 16 Tagen75 Aufrufe(bearbeitet)

Ich bin in letzter Zeit häufiger über AHK-Cu gestolpert und habe mich gefragt, wie es sich im direkten Vergleich zu GHK-Cu schlägt.

GHK-Cu dürfte vielen mittlerweile ein Begriff sein. AHK-Cu sieht chemisch ähnlich aus, wird aber vor allem im Zusammenhang mit Haarwachstum beworben. Deshalb hier einmal eine möglichst nüchterne Einordnung aus wissenschaftlicher Sicht.

Was ist der Unterschied?

Beides sind Kupferpeptide.

GHK-Cu = Glycyl-L-Histidyl-L-Lysin + Kupfer

AHK-Cu = L-Alanyl-L-Histidyl-L-Lysin + Kupfer

Sie unterscheiden sich also an der ersten Aminosäure. Bei GHK-Cu ist es Glycin, bei AHK-Cu Alanin.

GHK-Cu – deutlich besser untersucht

GHK kommt natürlicherweise im menschlichen Körper vor und besitzt eine hohe Affinität zu Kupferionen.

GHK-Cu wird bereits seit Jahrzehnten untersucht und die Forschung ist deutlich umfangreicher als bei AHK-Cu.

Besonders interessant sind Daten zu:

  • Kollagensynthese
  • Fibroblasten
  • Hautregeneration
  • Wundheilung
  • extrazellulärer Matrix
  • antioxidativen Effekten
  • entzündungshemmenden Mechanismen
  • Gewebereparatur

In Zellstudien konnte GHK-Cu die Kollagensynthese menschlicher Fibroblasten stimulieren. Auch Veränderungen bei Glykosaminoglykanen und anderen Bestandteilen des Bindegewebes wurden beobachtet.

Das erklärt, warum GHK-Cu häufig im Zusammenhang mit Skin Quality, Anti-Aging, Regeneration und Wundheilung diskutiert wird.

Allerdings sollte man die Daten nicht übertreiben.

Ein großer Teil der Forschung stammt aus Zellkultur-, Gewebe- oder Tiermodellen. Hochwertige große klinische Studien am Menschen sind deutlich seltener, als es die Werbung vieler Hersteller vermuten lässt.

Auch bei topischer Anwendung gibt es ein Problem: GHK-Cu ist relativ hydrophil und die Haut stellt eine starke Barriere dar. Deshalb ist nicht jede Creme oder jedes Serum automatisch gleich wirksam.

GHK-Cu und Haare

Auch für Haarfollikel gibt es interessante Hinweise.

GHK-Cu wird unter anderem mit einer Unterstützung der Follikelumgebung, Geweberegeneration und möglicherweise günstigen Effekten auf Haarfollikel in Verbindung gebracht.

Die Datenlage ist jedoch nicht mit etablierten Therapien gegen androgenetischen Haarausfall vergleichbar.

GHK-Cu ist also interessant, aber kein wissenschaftlich belegter Ersatz für Medikamente wie Minoxidil oder Finasterid.

Vorteile von GHK-Cu

  • deutlich mehr wissenschaftliche Literatur

  • natürlich vorkommendes Peptid

  • Forschung zu Kollagen und Fibroblasten

  • interessante Daten zu Haut und Geweberegeneration

  • Forschung zu Wundheilung

  • antioxidative und antiinflammatorische Mechanismen

  • möglicherweise auch interessant für Haare

Nachteile von GHK-Cu

– viele Ergebnisse stammen aus Zell- und Tiermodellen

– relativ wenige große klinische Humanstudien

– Hautpenetration bei topischer Anwendung kann begrenzt sein

– Online-Marketing geht teilweise deutlich über die tatsächliche Evidenz hinaus

– Langzeitdaten für experimentelle systemische Anwendungen fehlen

AHK-Cu – besonders interessant für Haare

AHK-Cu ist wesentlich weniger untersucht.

Die spannendste wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit menschlichen Haarfollikeln und Dermal-Papilla-Zellen.

Dermal-Papilla-Zellen spielen eine zentrale Rolle bei der Steuerung des Haarwachstums.

In dieser Untersuchung konnte AHK-Cu:

  • die Verlängerung isolierter menschlicher Haarfollikel fördern
  • die Vermehrung von Dermal-Papilla-Zellen erhöhen
  • bestimmte Prozesse beeinflussen, die mit Zellüberleben und Apoptose zusammenhängen

Unter anderem wurde das Verhältnis von Bcl-2 zu Bax verändert, was auf einen möglichen Schutz der Dermal-Papilla-Zellen hindeuten könnte.

Genau deshalb finde ich AHK-Cu speziell beim Thema Haare ziemlich spannend.

Das große Problem bei AHK-Cu

Die bekannten Ergebnisse stammen allerdings hauptsächlich aus in-vitro- und ex-vivo-Untersuchungen.

Das bedeutet:

Es wurden menschliche Haarfollikel und Zellen untersucht, aber keine große kontrollierte klinische Studie an Menschen mit Haarausfall durchgeführt.

Wir wissen deshalb, dass AHK-Cu biologisch am Haarfollikel etwas bewirken kann.

Wir wissen aber noch nicht zuverlässig, wie groß der Effekt bei tatsächlicher Anwendung am Menschen ist.

AHK-Cu für die Haut?

AHK-Cu wird teilweise auch als Anti-Aging- oder Regenerationspeptid vermarktet.

Hier ist die wissenschaftliche Basis aber wesentlich schwächer als bei GHK-Cu.

Bei GHK-Cu gibt es jahrzehntelange Forschung zu Fibroblasten, Kollagen, Haut und Wundheilung.

Bei AHK-Cu konzentriert sich die interessanteste Forschung eher auf Haarfollikel.

Vorteile von AHK-Cu

  • interessante Daten direkt an menschlichen Haarfollikeln

  • stimulierte Dermal-Papilla-Zellproliferation

  • möglicherweise speziell für Haarwachstum interessant

  • spannender Mechanismus im Bereich Zellüberleben

Nachteile von AHK-Cu

– wesentlich weniger Forschung

– kaum hochwertige klinische Studien

– tatsächlicher Effekt beim Menschen noch unklar

– viele Aussagen von Peptid-Shops sind stärker als die vorhandene Evidenz

– Langzeitsicherheit nicht ausreichend untersucht

Direkter Vergleich

Haut / Anti-Aging: GHK-Cu deutlich vorne

Kollagen / Geweberegeneration: GHK-Cu deutlich vorne

Wundheilung: GHK-Cu deutlich besser untersucht

Entzündungshemmende Mechanismen: GHK-Cu besser untersucht

Gesamte wissenschaftliche Datenlage: GHK-Cu klar vorne

Haare / Haarfollikel: AHK-Cu ist hier besonders interessant und möglicherweise der spannendere Spezialist

Klinischer Nachweis für Haarwachstum: Bei beiden noch begrenzt

Was lohnt sich meiner Meinung nach mehr?

Wenn ich nur eines von beiden wählen müsste, würde ich derzeit klar zu GHK-Cu tendieren.

Nicht unbedingt, weil AHK-Cu schlechter ist, sondern weil wir über GHK-Cu wesentlich mehr wissen.

Wer hauptsächlich an:

  • Hautqualität
  • Kollagen
  • Regeneration
  • Anti-Aging
  • allgemeiner Gewebereparatur

interessiert ist, für den ist GHK-Cu aus wissenschaftlicher Sicht deutlich besser begründet.

Wer dagegen ausschließlich das Thema Haare und Haarfollikel verfolgt, sollte AHK-Cu definitiv auf dem Schirm haben.

Die Daten an menschlichen Haarfollikeln sind interessant, aber meiner Meinung nach noch nicht ausreichend, um AHK-Cu klar vor GHK-Cu zu stellen.

Mein Fazit

Für mich aktuell:

GHK-Cu = besser erforschter Allrounder

AHK-Cu = interessanter Haar-Spezialist mit deutlich dünnerer Datenlage

Wenn es um Haut, Kollagen und allgemeine Regeneration geht, würde ich eindeutig GHK-Cu bevorzugen.

Wenn ausschließlich Haare das Ziel sind, ist AHK-Cu wissenschaftlich sehr spannend, allerdings noch deutlich experimenteller.

Und ein wichtiger Punkt zum Schluss:

Ergebnisse aus Zellkulturen oder isolierten Haarfollikeln lassen sich nicht automatisch auf eine bestimmte Anwendung beim Menschen übertragen. Besonders für experimentelle systemische oder subkutane Anwendungen fehlen bei beiden Peptiden solide Langzeitdaten zu Nutzen und Sicherheit.

Deshalb würde ich die interessante Grundlagenforschung klar von Aussagen wie „funktioniert garantiert beim Menschen“ trennen.

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2 Kommentare
CEcengoRang 6 — GründerGründer2vor 16 Tagen

Danke dir für den top Beitrag 💪🏼

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PHphilleichtOPRang 5 — VeteranVeteran1vor 16 Tagen

Sehr gerne, danke dir fürs Feedback

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