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PEPS WITH PHIL | #02 HGH – Wundermittel oder unterschätztes Risiko?

von philleichtRang 5 — VeteranVeteranvor 15 Tagen63 Aufrufe(bearbeitet)

Heute geht es um einen der bekanntesten, aber auch am häufigsten verharmlosten Stoffe der Fitness-, Longevity- und Anti-Aging-Szene:

HGH – Human Growth Hormone, auf Deutsch menschliches Wachstumshormon.

Vorweg: HGH ist kein klassisches „Research Peptide“, sondern ein echtes körpereigenes Hormon mit starken systemischen Wirkungen. Medizinisch kann es bei einem nachgewiesenen Wachstumshormonmangel sehr sinnvoll sein. Die Anwendung bei gesunden Menschen für Muskelaufbau, Fettverlust oder Anti-Aging ist davon aber klar zu unterscheiden.

Was ist HGH?

Human Growth Hormone, auch Somatotropin genannt, besteht aus 191 Aminosäuren und wird normalerweise in der Hypophyse produziert.

Die Ausschüttung erfolgt pulsartig und wird unter anderem durch Schlaf, Ernährung, körperliche Aktivität und Alter beeinflusst.

Ein großer Teil der Wirkung läuft über die sogenannte GH/IGF-1-Achse.

HGH stimuliert insbesondere die Leber und andere Gewebe zur Bildung von IGF-1 (Insulin-like Growth Factor 1).

GH und IGF-1 beeinflussen zahlreiche Prozesse, darunter Wachstum, Protein- und Fettstoffwechsel, Knochen, Muskulatur, Bindegewebe und Glukosestoffwechsel.

Genau diese breite Wirkung macht HGH interessant – aber auch deutlich komplexer als viele andere Substanzen.

HGH als Medikament

Rekombinantes menschliches Wachstumshormon heißt Somatropin und wird seit Jahrzehnten medizinisch eingesetzt.

Eine wichtige Indikation bei Erwachsenen ist ein nachgewiesener Wachstumshormonmangel.

Bei echtem GH-Mangel kann eine ärztlich überwachte Substitution unter anderem Körperzusammensetzung, Belastbarkeit, Knochenstoffwechsel und Lebensqualität verbessern.

Wichtig ist dabei: Ein einzelner niedriger GH-Wert reicht normalerweise nicht zur Diagnose.

GH wird pulsartig ausgeschüttet. Deshalb erfolgt die Diagnostik eines vermuteten Mangels häufig über Stimulationstests, kombiniert mit Krankengeschichte, IGF-1 und der Beurteilung der Hypophysenfunktion.

Warum wird HGH im Bodybuilding verwendet?

Außerhalb medizinischer Indikationen wird HGH hauptsächlich mit drei Dingen verbunden:

  • weniger Körperfett
  • mehr fettfreie Masse
  • Regeneration und Bindegewebe

HGH steigert die Lipolyse, also die Mobilisierung von Fett.

Studien an gesunden Menschen zeigen außerdem, dass die fettfreie Körpermasse steigen kann.

Aber hier ist ein wichtiger Punkt:

Mehr Lean Body Mass bedeutet nicht automatisch mehr Muskelmasse.

Ein Teil der Gewichtszunahme kann beispielsweise durch Flüssigkeit entstehen.

Auch die Vorstellung, HGH würde alleine massive Kraft- und Muskelzuwächse erzeugen, ist wissenschaftlich wesentlich schlechter belegt, als es die Szene häufig suggeriert.

Macht HGH leistungsfähiger?

Das ist erstaunlich umstritten.

Untersuchungen an gesunden jungen Erwachsenen zeigen zwar Veränderungen der Körperzusammensetzung und bestimmter Stoffwechselparameter.

Die Verbesserungen von Muskelkraft und sportlicher Leistungsfähigkeit sind aber wesentlich weniger beeindruckend.

HGH ist deshalb keineswegs einfach ein „stärkeres Steroid“. Der Wirkmechanismus ist komplett anders.

HGH und Fettverlust

Hier ist der Effekt biologisch plausibler.

GH fördert die Lipolyse und kann die Fettmasse reduzieren.

Systematische Untersuchungen an gesunden älteren Menschen fanden beispielsweise ungefähr:

  • 2 kg weniger Fettmasse
  • 2 kg mehr fettfreie Masse

Das Körpergewicht selbst veränderte sich dabei kaum.

Das klingt zunächst beeindruckend. Allerdings traten gleichzeitig deutlich häufiger Nebenwirkungen auf.

Und genau deshalb kann man aus diesen Ergebnissen nicht schließen, dass HGH ein sinnvolles Medikament zum Abnehmen ist.

HGH als Anti-Aging?

Hier wird besonders viel Marketing betrieben.

Mit zunehmendem Alter sinken GH und IGF-1 natürlicherweise.

Daraus entstand die einfache Theorie:

Weniger HGH = Altern, mehr HGH = Anti-Aging.

So einfach funktioniert Biologie allerdings nicht.

Eine große systematische Auswertung kontrollierter Studien bei gesunden älteren Menschen fand zwar kleine Verbesserungen der Körperzusammensetzung, gleichzeitig aber mehr Nebenwirkungen.

Auch aktuelle wissenschaftliche Reviews kommen weiterhin zu dem Schluss, dass HGH bei ansonsten gesunden älteren Menschen nicht als Anti-Aging-Therapie empfohlen werden kann.

Nebenwirkungen – der Punkt, der oft verharmlost wird

HGH beeinflusst nicht nur Muskeln und Fett.

Es wirkt im gesamten Körper.

Typische Nebenwirkungen können sein:

  • Wassereinlagerungen und Ödeme
  • geschwollene Hände und Füße
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle
  • Karpaltunnelsyndrom

Ein Teil dieser Nebenwirkungen ist dosisabhängig.

HGH und Insulinresistenz

Das ist einer der wichtigsten Punkte.

Wachstumshormon wirkt teilweise gegen Insulin.

Dadurch kann sich die Insulinsensitivität verschlechtern und der Blutzucker steigen.

In Studien wurden unter HGH häufiger erhöhte Nüchternglukose, Insulinresistenz und teilweise neu auftretender Diabetes beobachtet.

Deshalb ist es falsch, HGH einfach als harmloses „Regenerationshormon“ darzustellen.

Gerade bei langfristiger Anwendung spielt der Glukosestoffwechsel eine wichtige Rolle.

Was passiert bei dauerhaft zu viel Wachstumshormon?

Um zu verstehen, warum hohe GH/IGF-1-Spiegel nicht automatisch besser sind, lohnt sich ein Blick auf Akromegalie.

Bei dieser Erkrankung produziert der Körper chronisch zu viel Wachstumshormon.

Mögliche Folgen sind unter anderem:

  • Vergrößerung von Händen und Füßen
  • Veränderungen der Gesichtszüge
  • Organvergrößerungen
  • Bluthochdruck
  • Schlafapnoe
  • Insulinresistenz und Diabetes
  • Herz-Kreislauf-Komplikationen

Das bedeutet nicht, dass eine HGH-Anwendung automatisch Akromegalie verursacht.

Es zeigt aber sehr deutlich:

Chronisch zu viel GH/IGF-1 ist keineswegs gesund.

HGH und Krebs – was weiß man?

Dieses Thema muss differenziert betrachtet werden.

GH und IGF-1 fördern Wachstums- und Zellteilungssignale. Daraus ergibt sich die berechtigte Frage, ob hohe Spiegel bestehende Tumoren beeinflussen könnten.

Man kann daraus aber nicht seriös ableiten:

„HGH verursacht automatisch Krebs.“

So eindeutig ist die Datenlage nicht.

Bei einer aktiven malignen Erkrankung ist Wachstumshormontherapie jedoch grundsätzlich ein besonders relevantes Thema und medizinische HGH-Präparate haben entsprechende Kontraindikationen beziehungsweise Warnhinweise.

Gerade hier sollte man weder Panik machen noch das mögliche Risiko herunterspielen.

Applikation

Medizinisches Somatropin wird üblicherweise subkutan injiziert.

Bei Erwachsenen mit echtem GH-Mangel wird die Behandlung individuell eingestellt und anhand von klinischer Wirkung, Nebenwirkungen und insbesondere IGF-1 kontrolliert.

Genau deshalb wäre eine allgemeine „Bodybuilding-Dosierung“ unseriös.

Die medizinische Dosis ist individuell und hängt unter anderem von Alter, Geschlecht, IGF-1, Begleiterkrankungen und Nebenwirkungen ab.

Pharma-HGH vs. Underground-HGH

Ein extrem wichtiger Unterschied.

Bei zugelassenem Somatropin kennt man:

  • Wirkstoffmenge
  • Reinheit
  • Sterilität
  • Herstellung
  • Lagerbedingungen

Bei nicht regulierten HGH-Produkten kann dagegen zusätzlich zum eigentlichen HGH-Risiko noch die Unsicherheit des Produkts kommen.

Ein Etikett mit „Somatropin 10 IU“ beweist nicht, dass tatsächlich 10 IU steriles und korrekt hergestelltes Somatropin enthalten sind.

Was sagt die Wissenschaft insgesamt?

Bei echtem Wachstumshormonmangel ist HGH eine medizinisch etablierte Therapie. Es kann bestimmte Parameter der Körperzusammensetzung verbessern und positiven Einfluss auf Lebensqualität und Knochenstoffwechsel haben.

Bei gesunden Menschen ist die Bewertung deutlich kritischer.

Fettmasse kann sinken und fettfreie Masse steigen. Daraus folgt aber nicht automatisch deutlich mehr Kraft oder echte zusätzliche Muskelmasse.

Anti-Aging-Vorteile sind nicht überzeugend belegt, während Nebenwirkungen klar zunehmen können.

Vorteile

  • medizinisch gut untersucht
  • etablierte Therapie bei echtem GH-Mangel
  • kann Körperzusammensetzung beeinflussen
  • fördert Lipolyse
  • kann bei medizinischer Indikation Lebensqualität und Knochenstoffwechsel verbessern

Nachteile

  • Wassereinlagerungen
  • Gelenkbeschwerden
  • Karpaltunnelsyndrom
  • mögliche Verschlechterung der Insulinsensitivität
  • Blutzuckeranstieg
  • langfristige Risiken bei nicht medizinischer Anwendung schwer abschätzbar
  • zusätzliche Qualitätsrisiken bei Underground-Produkten

Fazit

HGH ist wissenschaftlich extrem interessant – aber genau deshalb sollte man es nicht verharmlosen.

Bei einem diagnostizierten Wachstumshormonmangel ist Somatropin ein etabliertes Medikament mit echtem medizinischem Nutzen.

Bei gesunden Menschen sieht die Rechnung anders aus.

Ja, HGH kann Körperfett und fettfreie Masse beeinflussen.

Aber:

HGH ist kein harmloser Fettburner, kein garantiertes Muskelaufbau-Wundermittel und schon gar kein wissenschaftlich bewiesener Jungbrunnen.

Wer nur die möglichen positiven Effekte auf Fett, Regeneration oder Muskelmasse erwähnt und Insulinresistenz, Ödeme, Gelenkbeschwerden und die langfristige GH/IGF-1-Problematik verschweigt, erzählt nur die halbe Geschichte.

Für HGH gilt deshalb besonders:

Mehr ist nicht automatisch besser.

Dieser Beitrag dient ausschließlich der wissenschaftlichen Information und stellt keine Empfehlung zur Anwendung oder Dosierung von HGH dar

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1 Kommentare
HAhansRang 5 — VeteranVeteran3vor 15 Tagen

Inhaltlich Top! Gibt es nichts zu meckern.

Upvote IZ DA :)

Einzige Kritik, diese ChatGPT Formatierung kann ich persönlich nicht mehr sehen.

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